St. Lukas wird 125 Jahre - Feiern Sie mit!


"Das war noch eine andere Zeit ...!"


„Man begegnete mit ihr immer einem warmherzigen Christenmenschen, der all  seine Kraft einsetzte, um vom  Technischen bis hin zum Seelsorgerischen Brücken zur Gemeinde zu schlagen.“

 

Das schrieb Pastor Uwe Piske im Gemeindebrief 1996 zum Abschied von Christa Heincke nach mehr als zwölf Jahren als Gemeindesekretärin. „Das war eine tolle, intensive Zeit“, erinnert sich die heute 87-jährige. „Das habe ich mit viel Freude gemacht.“

 

Doch erst einmal der Reihe nach: „Mein erster Kontakt mit St. Lukas war der Kindergottesdienst, zu dem ich bereits mit drei, vier Jahren ging. Sobald das möglich war, war ich dabei. Tante Claire – bekannt wie sonstwas – hat den Kindergottesdienst jahrelang gemacht! Wenn man viermal da war, gab es ein Bildchen“, erinnert sie sich lachend. Die Kirche war damals immer gut gefüllt. „Das war damals auch eine andere Zeit, wir gingen da mit vier, fünf Jahren immer alleine hin.“

 

Den nächsten Kontakt mit St. Lukas erlebt Christa Heincke mit dem Konfer-Unterricht, zur Zeit von Pastor Zaccharias-Langhans, „dem Pastor in St. Lukas“, wie sie sich gerne erinnert. Sie wurde dann 1947 in der Nachkriegszeit konfirmiert. Auf eine Sache blickt Christa Heincke – neben dem Mütter- und Hauskreis, der bis 2017 Bestand hatte – besonders gern zurück: „Dann kam Pastor Ahrens und damit die Norwegen-Freizeiten. Da waren wir mit dabei, als ganze Familie. Das ging 1975 los! Auf einer Freizeit waren knappe 100 Personen dabei, alt wie jung“, erzählt sie begeistert. „Ich habe unzählige dieser Freizeiten mitgemacht. Das war eine wunderschöne Zeit.“

 

Jetzt wird sie allerdings ernst: „Ich hatte eine schwere Zeit, in der mir die Gemeinde unglaublich beigestanden hat. Es war eine sehr schwere Lebensphase für mich und ich bin sehr stolz, das bewältigt zu haben“. Aus dieser Zeit hat Christa Heincke Energie aufgebaut, „die mein Leben völlig verändert hat“. Sie hat sich dann – wohl auch wegen dieses großen Beistandes aus der Gemeinde – wieder in St. Lukas engagiert, erst einmal bei der Organisation während des Evangelischen Kirchentages in Hamburg. 1984 wurde Christa Heincke Gemeindesekretärin und hat mit „viel Freude“, wie sie sagt, bis zum Start von Frau Vagts 1996, das Gemeindebüro geleitet. Sie erinnert sich noch gut an das alte Gemeindehaus, in dem sie die meiste Zeit gearbeitet hat – „das lag Farnstraße Ecke Hummelsbütteler Kirchenweg“. Auf die Zahl der Pastoren angesprochen, die sie in St. Lukas kennengelernt hat, muss sie allerdings schmunzeln: „Das kann ich nicht genau sagen, es waren so viele.“ Für sie der Beste war „eigentlich“ Pastor Piske. „Er war zwar sehr bestimmend, aber man wusste, woran man mit ihm war. Wir waren damals ein gutes Team!“

 

Ihr schönster Moment in St. Lukas? – da muss sie doch etwas nachdenken. „Das waren sicher auch die Freizeiten, aber die schönste Zeit waren vor allem die Jahre im Gemeindebüro, der tägliche Umgang mit Menschen.“

 

Aber im Gespräch wird schnell klar, dass sich Christa Heincke in St. Lukas aktuell nicht so wohl fühlt wie bis Ende der 90er Jahre.
Zum 125. Geburtstag hat sie zwei wichtige Wünsche für ihre, für unsere Gemeinde: „Ich würde mir wieder mehr Leben in der Gemeinde und vor allem eine offenere Kommunikation als jetzt wünschen. Manche Themen werden einfach verschwiegen und das gefällt mir nicht“, sagt die 87jährige. „Haben wir es jetzt geschafft?“, fragt eine sichtlich erleichterte Christa Heincke am Ende des Gesprächs. Ja, das haben wir.
Haben Sie herzlichen Dank und bleiben Sie weiter so aktiv und St. Lukas treu.

Carsten Nillies

Von spitz zu platt


Die Kirche St. Lukas hat sich doch ziemlich  verändert seit sie vor 125 Jahren auf den moorigen Feldern und Wiesen errichtet wurde. Was gibt es noch zu entdecken? Sehen Sie selbst!

 

Übrigens: Unter dem Namen „Fulesbotle“ wurde das Dorf 1283 erstmals erwähnt und gehört damit zu den Büttel-Ortschaften, die auf die sächsische Bezeichnung einer „sicheren Ortschaft“ verweist. Die Vorsilbe „ful“- heißt „schmutzig“  oder „sumpfig“ und bezieht sich auf die Lage an dem damals noch ungeregeltem Lauf der Alster, durch die die Gegend häufig überschwemmt wurde. Es wird also eine Siedlung auf sumpfigem Gelände beschrieben. Zunächst als Gut Fulesbotle bekannt, gingen Dorf und Mühle 1420 in Hamburger Besitz – die Mühle hieß zu dieser Zeit Ratsmühle. Während der Belagerung Hamburgs (1641–1643 und 1679) befand sich hier das Heerlager des dänischen Königs. 1913 wurde Fuhlsbüttel Hamburger Stadtteil.

Valentin Eick

Bewegend: Besondere Erinnerungen und persönliche Erlebnisse


Angelika Vagts, Gemeindesekretärin von 1996-2016

 

Viele Momente meiner Tätigkeit in St. Lukas fallen mir spontan ein. Eine Auswahl fällt mir schwer. Immer aber werden mir die Gottesdienste am „Heiligen Abend“ in Erinnerung bleiben. Sie sind nicht nur Höhepunkte des christlichen Kalenders – auch in St. Lukas –, sondern hier fühlte ich mich der Kirche und St. Lukas besonders verbunden. Sie waren immer mit einem besonderen Gefühl der Ehrfurcht aber auch mit viel Aufregung verbunden. Trotzdem sind das meine schönsten Erinnerungen, die mich mit St. Lukas verbinden.

Flynn (4) geht in den Kindergarten und Mads (2) besucht die Krippe in St. Lukas

 

Flynn: „Ich mag es, wenn die Kirchenglocken läuten. Damit sagt Gott zu uns: „Kommt mich besuchen!“ Und das mache ich gerne, wenn Kinder- oder Familiengottesdienst ist. Da singen wir schöne Kinderkirchenlieder mit Willem und Pastor Warnecke.“

 

Mads (nickt und singt):  „Vom Anfang bis zum Ende…“ (Anmerkung der Redaktion: Danke, Mads, für diesen Ohrwurm).

Peter- Uwe Gebauer

 

Der Konfirmandenunterricht und die  Konfirmation in St. Lukas 1953 waren für mich und meinen weiteren Weg prägend. In meiner Jugend habe ich ein Zuhause bei den christlichen Pfadfindern gefunden, wo ich eine gute Gemeinschaft und viele Impulse für den Glauben gefunden habe, was mich begeistert und geformt hat. Meine Frau und ich haben uns über die Kirchengemeinde kennengelernt und gefunden. Als Erwachsene haben wir viele Jahre im Kirchenchor gesungen, wo wir uns unzählig viele, schöne klassisch sakrale Musik aneignen konnten. Die schöne Musik und die tiefen Aussagen in den Liedern hat uns immer sehr viel bedeutet und wir sind Frau Becker-Foß für diese Zeit sehr dankbar!