Auf dem Kirchplatz...


... mit Johanna Thode


Wir trafen unsere neue Pastorin und sprachen mit ihr über ihr Ankommen in St. Lukas, worauf sie sich bei uns am meisten freut: über Mettbrötchen und Bäume vor dem Fenster.


Zur Zeit geht es ihr ganz gut, sie packt gerade
Kartons für ihren Umzug ins Pastorat von St. Lukas. „Ich nutze die Situation, um   auszusortieren.
Es hat sich doch einiges angesammelt in meinem Leben“, erzählt sie schmunzelnd. Sie verbrachte die letzten siebeneinhalb Jahre in Aumühle, die letzten vier Jahre als Pastorin und „eierlegende Wollmilchsau“, wie sie selber gerne sagt. Die Stelle als Pastorin in St. Lukas habe sie direkt angesprochen, „ich brauche einen Baum vor dem Fenster, und es sollte Hamburg sein,“ erzählt Johanna Thode, die ihr Vikariat in Rendsburg absolvierte. „Außerdem reizte mich besonders die Zusammenarbeit mit Diakon Willem Heins und der neuen Kindergartenleitung Grit Feller.“ Sie war sehr beeindruckt vom ersten Treffen mit dem Kirchengemeinderat – „Es war eine echte Begegnung und wir haben zwei Stunden gesprochen. Es kam alles auf den Tisch, das hat mir sehr imponiert.“ Und es gab Mettbrötchen im Bewerbungsgespräch, das sei direkt eine gute Basis, so die 42-Jährige.

 

Doch nun zum Ankommen bei St. Lukas: „Ich bin mitten im Umzugstrubel, und dann erst einmal froh, wenn ich hier Grund unter den Füßen habe“, so unsere neue Pastorin. „Und dann freue ich mich darauf, wenn ich nach 100 Tagen einen Überblick über alle Gruppen habe und weiß, wer wofür zuständig ist.“ Sie freue sich auch besonders auf die Gottesdienste, weil ihr wichtig ist zu sehen, „was ist das für eine Gottesdienst-Gemeinde?“ Als wir sie fragten, wie viel Zeit sie braucht, um in in der Gemeinde anzukommen, braucht sie nicht lange nachzudenken: „Mindestens ein Jahr.“ Man muss in diesem Jahr alle und alles kennenlernen, aber auch Ruhe reinbringen und nicht auf jeden Zug aufspringen – und dann auch mit Blick auf Regionalisierung schauen, welche Gruppen und Initiativen wirklich Sinn machen. Und das braucht mindestens ein Jahr.“

 

Ein weiteres, wichtiges Großprojekt ist für sie die Suche nach einer neuen Gemeindesekretärin. „Es ist so toll, dass Frau Vagts noch da ist und mir den Einstieg erleichtert, aber perspektivisch brauchen wir hier jemanden, damit das Schiff weiter besetzt ist“, erzählt die gebürtige Itzehoerin. Großen Respekt habe sie vor der doppelten Zahl an Gemeindegliedern im Vergleich zu ihrer vorherigen Stelle. Die Zahl der Amtshandlungen sei schon um einiges größer. „Meine Kollegen aus dem Ruhrgebiet beneiden mich darum und sagen „freu Dich darüber“ – das kommt sicher noch“, erzählt sie lachend.

 

Und worauf kann sich die Gemeinde bei Johanna Thode als neue Pastorin freuen? „Ich bin ein sehr offener Mensch – Kinder, Hunde und Senioren lieben mich.“ Nach kurzem Nachdenken fügt sie hinzu: „Mein Steckenpferd ist es, Theologie in allen Formen und Farben zu vermitteln und zwar so, dass das jeder versteht. Vom Senioren über den Jugendlichen bis hin zum Kindergartenkind, wirklich jeder!“ Sie wird auch mit auf die Gemeindefreizeit im Oktober an die Schlei fahren, um erste Kontakte zu knüpfen. Trotz mehrmaligen Nachhakens will unsere neue Pastorin nicht sagen, was sie als erstes angehen oder verändern will – ihr sei es sehr wichtig, erst einmal die Gemeinde und ihre Themen kennenzulernen – „Ich habe kein fertiges Rezept und jede Gemeinde ist anders“. Sie wolle erstmal gucken, was geht – „Leben mit der Lage, wie es die Bundeswehr nennt,“ sagt sie schmunzelnd. „Und dann daraus etwas entwickeln.“ In Ihrer Freizeit kocht sie sehr gerne, fährt gerne Mountainbike und geht joggen – dafür hat sie ja bei uns am Alsterlauf optimale Bedingungen. Darüber hinaus liest sie gerne und verbringt Zeit mit ihren Lieben.


Als wir nach einer christlichen Analogie zum Thema Ankommen fragen, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Abraham im 1. Buch Mose 12 zieht auch in ein unbekanntes Land, und Gott sagte: „Ich segne Dich und Du wirst ein Segen sein“. Nur mit dem Heiligen Geist unter den Flügeln kann man segeln, und das wünsche ich mir für mich und für diese Gemeinde, wenn wir hier gemeinsam anfangen,“ so unsere neue Pastorin Johanna Thode.

 

Wir wünschen einen guten Start und ein gutes Ankommen in St. Lukas.
CN

... unterwegs in Fuhlsbüttel


Zum Thema „unterwegs“ passt ein Interviewpartner, der von Berufs wegen unterwegs ist und unseren Lesern einige Impulse mit auf den Weg geben kann. Wir treffen Niels Diercks vom „Obsthof Diercks“ auf dem Fuhlsbüttler Wochenmarkt.

 

Frage: Herr Diercks, wie lange sind sie heute schon unterwegs, um zu uns nach Fuhlsbüttel zu kommen?


N. Diercks: Wir sind seit 5:30 Uhr unterwegs und um 5:00 Uhr aufgestanden. Also schon ziemlich lange unterwegs.

 

Frage: Oha, warum wählen Sie diesen beschwerlichen Weg?


N. Diercks: Hier auf dem Wochenmarkt werden wir eigentlich immer freundlich erwartet. Wir haben den direkten Kontakt zu den Kunden, die Leute schätzen das, was wir machen und liefern. Die Landwirte haben nicht überall einen guten Stand und haben teilweise einiges auszuhalten, was deren Arbeit betrifft. Im direkten Kontakt mit den Kunden bekomme ich aber mit, dass wir gute Arbeit leisten und dass die Kunden zufrieden sind.

 

Frage: Wäre das nicht einfacher, einen Laden zu eröffnen und sich dort einzurichten?


N. Diercks: Im Prinzip ist das ja unser Laden. Ich erreiche nur mehr Leute, weil ich auch noch auf anderen Wochenmärkten bin. Wir erleben in Fuhlsbüttel viele nette Kunden, von denen nur sehr selten mal jemand einen schlechten Tag hat. Wie wir Menschen nun mal so sind …


Frage: Das stimmt. Gibt es was, das sie nervt am Unterwegs-sein?


N. Diercks: Ja, der Verkehr in Hamburg! Wir sind mit einem 15m LKW unterwegs. Die Rücksichtnahme auf den LKW ist selten da. Es gibt immer wieder kritische Situationen, in denen beispielsweise Radfahrer meinen, sich nicht an die Verkehrsregeln halten zu müssen. Hatten wir gerade heute Morgen.

 

Frage: Das ist sehr ärgerlich, wenn Sie dann im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst werden. Sie fahren aus dem Alten Land ja sicher auch durch den Elbtunnel, wo das Unterwegs-sein gerade auch nicht so problemlos möglich ist.


N. Diercks: Aufgehalten-werden ist wirklich ärgerlich. Aber sich darüber ärgern und aufregen bringt ja nichts. Das macht einem nur einen schlechten Tag.


Frage: Sie sind ja schon in der 2. Generation auf dem Wochenmarkt, oder schon in der 3.?


N. Diercks: Den Stand in Fuhlsbüttel betreibe ich in 2. Generation. Den Betrieb gibt es seit 8 Generationen. Ich bin die 9. Generation.


Frage: In der 9. Generation? Das liegt wohl in den Genen, dass man Lust auf die Landwirtschaft und das Marktleben hat?


N. Diercks: Ich wusste schon immer, dass ich das weiterführen werde. Ich wurde nie dazu gezwungen, aber seit der 3. Klasse war mir klar, dass ich das machen werde. Das macht mir Spaß. Ich mag nicht im Büro sitzen. Ich muss was machen, ich brauche mal ein bisschen dreckige Hände. Ich muss was anfassen und abends sehen, was ich gemacht habe. Ich mag das Abwechslungsreiche, jeder Tag ist anders, jeder Tag bringt neue Herausforderungen, die man bewältigen muss. Ich kann den ganzen Tag draußen sein und mir meine Arbeit einteilen. Das kann nicht jeder.

 

Frage: Viele Menschen empfinden es als mühsam, sich mit neuen Situationen auseinanderzusetzen und auf Unvorhergesehenes zu reagieren. Was sagen sie denen?

 

N. Diercks: Wenn man was erreichen will oder sich ein Ziel gesetzt hat, muss man sich bewegen. Man muss sich auf den Weg machen. Es kann sein, dass es nicht der leichteste Weg ist, vielleicht gibt es auch ein paar Umwege oder Hindernisse, aber irgendwann kommt man doch an. Das ist sicher ähnlich bei der Arbeit, oder bei Leuten, die in den Urlaub fahren oder vielleicht auch auf dem persönlichen Lebensweg. Irgendwann kommt man an, und dann ist es meist auch gut gewesen, sich aufgemacht zu haben.


Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und bedanken uns für das Gespräch.

... mit Christina Iserhot


Direkt von der Hallig Hooge in den Kirchengemeinderat: Mehr Aufbruch wagen!

 

Wir treffen Christina Iserhot im Jugendraum und bitten sie, kurz etwas zu ihrer Rolle in der Gemeinde zu sagen:

 

„Ich bin seit zwei Jahren im KGR.
Auch im Gottesdienst-, Kinder- und Jugendausschuss. Das sind Themen, die mir in
St. Lukas besonders am Herzen liegen. Schon als Kind hatte ich einen engen Bezug zur Kirche, vor allem über das Medium Musik. In Steilshoop gab es für mich die berühmte “Blaue Kachel” mit ihrem sogenannten Feiersaal; ein multifunktionaler Raum für Gottesdienste, Tanz, Musik und Theaterprojekte oder Ferien-Übernachtungen im Schlafsack. Es war eine großartige Zeit!“

 

Eine aufregende, dynamische Form von Kirche sei das gewesen, wie Christina Iserhot heute erzählt.
„Das war damals sehr nah am Menschen und nicht so reglementiert, wie viele Menschen Kirche ja leider oft empfinden.“

 

Diese Zeit habe sie schon extrem geprägt.

 

„Und dann bekam ich in unserem Urlaub auf Hallig Hooge einen Anruf von Pastor Warnecke, ob ich in St. Lukas für den KGR kandidieren wolle – und los ging´s!“

 

Rückblickend auf ihre Zeit im KGR wirkt Christina Iserhot durchaus zufrieden:

 

„Durch die heterogene Zusammensetzung des Kirchengemeinderats haben wir eine offene und unkomplizierte Atmosphäre – da konnte ich schon einige Ideen einbringen.“


Angesprochen auf ihr persönliches Highlight in ihrer KGR-Zeit bei St. Lukas denkt sie kurz nach.


„Das war die Gemeindefreizeit im letzten Herbst, weil wir eine schöne, generationsübergreifende
Gruppe waren – von Senioren, über Menschen wie mich im “Mittelalter“ bis hin zu Jugendlichen und Kleinkindern. Ein weiteres Highlight sind für mich natürlich die Punkt 7 Gottesdienste, die wir gemeinsam mit Diakon Willem Heins für St. Lukas konzipiert und in die Tat umgesetzt haben.“


Als wir Christina Iserhot sagen, dass wir sie bewusst für unser Themenheft zum Thema Aufbruch eingeladen haben, muss sie schmunzeln.


„Von meinem Naturell her bin ich eher ein verwurzelter Mensch.“


Aber wie sieht sie das bezogen auf St. Lukas, ist die Gemeinde aus ihrer Sicht im Aufbruch?

 

„Ohne Aufbruch zu Neuem kann es nicht gehen. Bei allen liebgewonnenen Traditionen bedeutet Leben Bewegung. Alles ist im Fluss, auch in einer Stadtteilkirche sollte man das spüren. Besonders, wenn neue und junge Menschen die Kirche für sich entdecken sollen. Es gibt durchaus Entwicklungen in St. Lukas, die man als Aufbruch interpretieren kann, die es aber im Gemeindealltag nicht immer leicht haben.“


Auf die Frage, was sie sich für St. Lukas wünsche, antwortet Christina Iserhot:


„Vor allem wünsche ich mir natürlich eine/n engagierte/n Pastor/in. Ich glaube, bei aller guten Arbeit, die hier schon geleistet wird, kommt dieser Position große Bedeutung zu. Ich erhoffe mir, dass er/sie hier in Fuhlsbüttel seinen Lebensmittelpunkt hat und stelle mir z. B. vor, mit ihr/ihm Elemente von Punkt 7 auch in den sonntäglichen Gottesdienst einzubauen. Über allem steht jedoch der Wunsch nach mehr Lebendigkeit und Gemeinschaft in der Gemeinde.“

 

Vielen Dank, Christina Iserhot, für das Gespräch. Wir sind gespannt auf die neuen Ideen und freuen uns jetzt erstmal auf das Osterfeuer am 20.4.19 um 18 Uhr im Garten von St. Lukas.

... Mit Diakon Willem Heins


„Am Schönsten ist es, wenn wir auf Freizeiten unser Leben teilen!“

 

Wir trafen Willem Heins nicht – wie üblich – auf der sogenannten Kirchenbank auf dem Kirchplatz. Wegen des Basars, der ein paar Tage nach unserem Gespräch stattfand, war dort kein Platz. Außerdem war es bereits herbstlich dunkel. So führten wir das Gespräch im gemütlichen Büro des Diakons und stiegen gleich ein ins Thema „Teilen“.


Frage: Was bedeutet für Dich „Teilen“?
Willem: "Für mich ist das Teilen eine grundlegende Eigenschaft des menschlichen Miteinanders,
sei es, indem man etwas oder sich mitteilt oder wenn es darum geht, anderen zu helfen. Ich kann auch Zeit teilen – das ist für mich genauso wichtig, wie etwas Materielles zu teilen."

 

Frage: Wo sollte das Teilen aus Deiner Sicht eine größere Rolle spielen?
Willem: „In einem Stadtteil wie Fuhlsbüttel fällt mir auf, dass einige Menschen sehr oft Ich-bezogen leben. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn man sich hier mehr öffnet, auch mehr Teilen möglich ist und mehr Entlastung, eben auch hier in der Gemeinde.“
Nach einigem Nachdenken fügt er hinzu: "Ich habe allerdings schon den Eindruck, dass es sich zum Besseren entwickelt. Das erlebe ich auch in unserer Gemeinde. Wir machen die Erfahrung, dass sich mehr Menschen meines Alters einbringen und sich hier zu Hause fühlen – und auch Gemeindeleben teilen.“


Womit wir direkt bei seinem Lieblingsthema, die gemeinsamen Reisen & Ausflüge, wären.

Willem: "Ich organisiere diese Reisen unter anderem, wie zum Beispiel auch die Jugendreise im nächsten Sommer nach Sardinien oder auch Konfifreizeiten, um das Leben zu teilen. Man teilt dann das Essen, die Sorgen, die Erlebnisse und Erkenntnisse. Eine ganz besondere Zeit war die Gemeindereise an die Schlei. Es war toll zu erleben, wie sechs Familien ihr Leben miteinander teilen. Aber auch in unserem Gebetskreis Donnerstag mittags nehme ich wahr, wie die Menschen ihre Sorgen, Nöte, aber auch Freude teilen."

 

Frage: Wo erlebst Du im Alltag das „Teilen“?

Willem: "Ich sehe das z. B. bei den Jugendlichen, die sich nicht darüber beschweren, dass ihr Jugendraum in der Basarzeit in Beschlag genommen wurde, sondern mithelfen, den Basar mit aufzubauen und Sachen zu sortieren.

 

Frage: So, und jetzt hätten wir noch gerne gewusst, was sich Diakon Willem Heins für das Neue Jahr wünscht, für die Gemeinde und für ihn persönlich.
Willem: „Ich würde mir wünschen, dass wir noch mehr gemeinsam mit mehreren Generationen das Gemeindeleben gestalten. Und nicht, dass es heißt, da sind die Alten und da sind die Jungen. Das könnte man erreichen, wenn ein Gottesdienstformat wie Punkt 7 noch häufiger stattfindet – und dort Jung und Alt etwas gemeinsam erleben.“ Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Ich würde mir hier noch eine ganze Reihe ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünschen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich ein kleines, kreatives Team darum kümmert, die Schaukästen regelmäßig zu gestalten. Oder auch mit einem Team Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten zu machen.“


Unser Diakon ist interessiert daran, neue Wege zu finden, den Gottesdienst wieder anders und neu zu gestalten. Danke, lieber Willem Heins – und viel Unterstützung für die neuen Ideen!

... mit Dr. Albert Schäfer, Pastor em.


Aufgrund der Hitze in diesem Sommer verlegten wir das Gespräch kurzerhand nach drinnen und sprachen mit dem ehemaligen Pastor Dr. Schäfer über die Rolle des Ehrenamts an unserer Gemeinde, seinen besonderen Momente in St. Lukas und über den Basar, bei dem er vor allem die Begegnungen mit den Menschen und die Marktplatzatmosphäre schätzt.

 

Frage: Lieber Herr Dr. Schäfer, warum sind Menschen, die sich in ihrer Freizeit engagieren, Ihrer Meinung nach so wichtig für unsere Gemeinde?


Schäfer: Gemeinde ist eine Zusammensetzung von Menschen und ihren Aktivitäten, die sich Gedanken machen um die Bedeutung des Glaubens für die eigene Person und für das Zusammenleben in Gegenwartsfragen. Wenn das alles nur an einer Person – dem Pastor – hängt, weil dieser dafür bezahlt wird, dann ist außer Gottesdienst und Kasualien und ggf. noch irgendeinem Kreis nicht viel los. Denn seine Zeit und Arbeitskraft, auch sein Ideenreichtum sind begrenzt. Dann ist jeder ehrenamtlich Engagierte wie eine Personalaufstockung.

 

Frage: Wenn Sie auf St. Lukas schauen: Wen gibt es, der sich besonders engagiert? Wen können Sie da besonders erwähnen und warum? Wer ist für Sie also eine Heldin oder ein Held von St. Lukas?


Schäfer: Ich will keinen als „Helden“ hervorheben. Da überzeugt mich das Bild des Apostels Paulus vom Leib der christlichen Gemeinde. (1. Kor 12) „... Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte es deshalb nicht Glied des Leibes sein?“ „Helden“ herausstellen, wertet andere mit ihren Qualitäten ab; leicht wird Neid daraus, Neid um Anerkennung. Alle übernommenen Dienste sind Teil einer lebendigen Vielfalt der Gemeinde. Am Beispiel: Wer den Gemeindebrief alle Vierteljahr in den Straßen austrägt, der hat mitgewirkt am Bild, das die Lukas- Gemeinde in der Öffentlichkeit zeigen will.

 

Frage: In Ihrer gesamten Zeit in St. Lukas – an welchen Moment/welche Momente erinnern Sie sich besonders gern zurück? Und warum? Gibt es hiervon ein Foto, das wir nutzen dürfen? Können Sie mir das zusenden?

 

Schäfer: Gefragt nach „gesamter Zeit in St. Lukas“ bedeutet für mich: die Erinnerung an die Jugendarbeit in den 60er Jahren. Denn dann ging ich zum Studium nach Heidelberg und ins Pfarramt nach Weinheim in Baden. Im Ruhestand kam ich vor 13 Jahren in die Heimat (der Lukas-Gemeinde) zurück. Als ich da den Predigtdienst aufnahm, saß Pastor Laible noch in den Gottesdiensten. Er war mein/ unser junger Pastor gewesen. Wir hatten „die Plätze getauscht“.


Frage: Warum engagieren Sie sich, auch nach Ihrer Pastorenzeit, weiterhin in St. Lukas? In welchen Bereichen?

 

Schäfer: Solange ich die Kraft dazu habe, kann ich gar nicht anders. Ich möchte meine Kompetenzen einbringen an einigen Stellen. Und ich brauche ja für mich selbst die Gemeinde, um am erfüllten Sinn des Lebens teilzuhaben. Über das Predigen hinaus leite ich einen „Arbeitskreis Friedensethik“, weil das persönlich meinen Schwerpunkt in Studium und Beruf ausmachte. Kirche muss sich befassen mit den ethischen Konsequenzen aus der biblischen Botschaft. Gott hat die Welt nicht geschaffen, dass sie sich zerstört, sondern, dass die Gläubigen sich nicht abbringen lassen von der Hoffnung auf Friedensstiftung und menschenrechtliche Solidarität. Des Weiteren habe ich bislang jährliche Studienreisen angeboten und bin beteiligt am Verteilersystem dieses Gemeindebriefes.


Frage: Im November ist ja wieder der Basar in St. Lukas. Welche Bedeutung hat er für unsere Gemeinde? Wann ging es eigentlich los mit dem Basar?


Schäfer: Was für eine Frage! Einmal im Jahr das Haus übervoll! Besucher, die sonst nie etwas von Kirche erfahren, kommen und erleben eine Atmosphäre der Begegnungen, des Suchens und Findens, des Marktplatzes. Das war schon zu meiner Jugendzeit das Großereignis. Und das hält sich nun schon Jahrzehnte. Da ist es zweitrangig, dass der Erlös ein wichtiger Beitrag für die Ausstattung unserer kirchlichen Arbeit sein darf.

 

Frage: Auf die Zukunft geschaut: Was meinen Sie, in welchen Bereichen brauchen wir an St. Lukas am dringendsten ehrenamtliche Unterstützung?

 

Schäfer: Schwer zu sagen, weil es abhängt von denen, die die Gemeinde aufsuchen mit ihren Lebens- und Glaubensfragen. Eines aber doch: die Hoffnung, dass wir mehr und mehr erkennen, wie wichtig das gottesdienstliche Leben ist als Zentrum, in dem alle Aktivitäten zusammengebunden werden im Gottvertrauen und der Gewissheit, dass wir kein weltanschaulicher Verein unter vielen sind, sondern uns zusagen lassen, dass wir die Sache Jesu Christi treiben und uns seiner Präsenz versichern.

Das Interview führte Carsten Nillies

... mit Malin Hanne


Frage: Hallo Malin, erzähl doch kurz wer du bist und was du so machst?
Malin: Gern, ich bin Malin und 20 Jahre alt. Ich singe gern und in meiner Freizeit helfe ich ehrenamtlich bei der Kinder- und Jugendarbeit in der St.Lukas Gemeinde.


Frage: Wie bist du dazu gekommen?
Malin: Ich wurde 2012 in der Broder Hinrick Gemeinde in Langenhorn konfirmiert und habe dort eine Teamerausbildung begonnen und dabei beim Konfirmandenunterricht geholfen. 2013 bin ich mit Freunden aus St. Lukas auf die Sommerfreizeit nach Norwegen gefahren. Danach bin ich in St. Lukas zum Jugendtreff gegangen, um die Leute wieder zu sehen. Dabei wurde ich von der damaligen Diakonin Angelika Michelly gefragt, ob ich als Betreuerin mit auf Freizeit fahren würde. Seitdem mache ich in dieser Gemeinde Jugendarbeit. Als ich 18 geworden bin, habe ich als erstes meine Umgemeindung nach St.Lukas vollzogen. Mittlerweile fahre ich nicht nur auf Freizeiten mit, ich leite mit anderen Betreuern den Jugendtreff, helfe bei Kinderbibeltagen, bei „Kinder warten auf Weihnachten“, bei Gottesdiensten, dem Basar und seit Neuestem bin ich im Verein für Kinder und Jugendarbeit der St.Lukas Gemeinde als Beisitzerin.

 

Frage: Gibt es Menschen, die dich beeinflußt haben?

Malin: Hmm…gute Frage. Ja, die gibt es. In der Grundschule hatte ich Religionsunterricht und der Lehrer hat mit uns Zeitreisen in die Vergangenheit gemacht. Das hat mein Interesse geweckt, sodass ich mich mit dem Glauben auseinander gesetzt habe. In der Schule habe ich dann Freikirchler kennengelernt, die meine Freunde wurden. Sie haben mir neue Seiten des Glaubens gezeigt. Lebhafter, mit viel Singen – das gefällt mir, es ist ein wenig als würde man Jesus, Gott und sein eigenes Leben durch den Glauben feiern.

 

Frage: Was macht dir am meisten Spaß bei deinem Engagement?
Malin: Die Norwegenfreizeiten sind immer ein Highlight. Und zusammen mit Freunden etwas auf die Beine zu stellen. Ganz allgemein der Zusammenhalt – der ist bei uns im Team einzigartig.


Frage: Gibt es einen „Influencer“, der Glaubensthemen zum Inhalt hat?

Malin: Kann sein, aber ich kenne keine, abgesehen von Bethel Music, Hillsong etc. aber da bin ich mir nicht sicher, ob der Begriff Influencer so gut passt.

 

Letzte Frage: Wie stellst du dir St. Lukas z. B. in 20 Jahren vor?
Malin: Hmm…ich denke, gar nicht mal so anders…vielleicht ein paar neue Veranstaltungen und hoffentlich mit genauso vielen Kirchgängern und ehrenamtlichen Menschen, die bereit sind ihre Zeit in der Kirche zu verbringen…

 

Malin, vielen Dank für deinen Einsatz und dieses Gespräch.

Das Interview führte Valentin Eick

... mit Kirchenmusikerin Bastiane Becker-Foß


„Haut“ in die Tasten: Bastiane in freudiger Erwartung zusätzlicher Chormitglieder!
„Haut“ in die Tasten: Bastiane in freudiger Erwartung zusätzlicher Chormitglieder!

35 Jahre in St. Lukas! Eine Konstante der Gemeinde, das ist unsere Kirchenmusikerin Bastiane Becker-Foß. Leitung von Chören, dem Flötenkreis, Konzerte mit Chor und Orchester, und natürlich das Orgelspiel in den diversen  Gottesdiensten, dafür ist sie da. Seit vielen Jahren hat sie nur eine halbe Stelle und unterrichtet  ergänzend Klavier und Blockflöte. Groß geworden ist sie in einer Musikerfamilie aus Bremen und hat selbst zwei Töchter, die Musik studieren.

 

In St. Lukas gefällt ihr besonders die schöne Kirche (leider mit zu trockener Akustik versehen, so dass der Orgel- und Chorklang dadurch ein wenig leidet) und auch die dörfliche Atmosphäre im gemütlichen Fuhlsbütteler Stadtteil. Als sie in St. Lukas vor vielen Jahren ihren Dienst begann, war die Kirche zum sonntäglichen Gottesdienst noch voll. Der Chor sang selbstverständlich Konzerte und in gleicher Besetzung in diversen Gottesdiensten im Jahr.

Das hat sich im Laufe der 35 Jahre sehr geändert. Heute ist es schwierig, Chorsänger zu finden, die nicht nur an Konzerten interessiert sind und zum Gottesdienstsingen dabei bleiben. Überall in Hamburg ist projektbezogener „Chor-Tourismus“ verbreitet. Die Sänger und Sängerinnen möchten bei bekannten großen Werken dabei sein, und einen sangesfähigen Chor für Gottesdienste zusammen zu bekommen, ist oftmals vergebliche Liebesmüh. Natürlich gibt es auch einige Getreue, die dann mitsingen, aber die meisten suchen sich ihr Mitsingprojekt. Manchmal fragt sich unsere Kirchenmusikerin, ob für ein bestimmtes, lang im voraus geplantes Werk auch genügend Sänger erscheinen werden, die ausreichend lange mitproben. Prinzip Hoffnung, und irgendwie klappte es zumindest bei Konzerten bisher auch immer.

 

Ausgesprochen erwähnenswert sind auch die legendären Buffets, die der Chor zu bestimmten Anlässen auffährt. Singen und fürstlich essen, lieben sämtliche Chorsänger. Was der Chor davon vorzieht, bleibt offen. Das musikalische Potenzial im bürgerlichen Fuhlsbüttel ist groß. Viele bringen gute Kenntnisse mit – und daher dieser Aufruf an unsere Fuhlsbüttler Gemeindemitglieder und an sonst alle, die dieses lesen: Ihr seid im Chor herzlich willkommen!!

 

Unterstützen Sie unsere eigenen stadtteilbezogenen Kirchenkonzerte durch Ihre Mitwirkung. Wir würden gerne nächstes Jahr zu unserem 125-jährigen Bestehen am 3.6.2018 Bachkantaten aufführen. Und im Dezember 2018 werden wir das Weihnachtsoratorium 1-3 von J.S. Bach singen. Auch da ist die Planung dem tatsächlichen Chorbestand um einiges Optimistische voraus. Im vergangenen Jahr gab es zwei Höhepunkte: Bachs Johannes-Passion und das Kinder-Musical „Martin Luther“. Im Jahr 2018 soll es auch wieder ein Kinderchor-Musical geben. Für Chöre und Flötenkreis wären neue Mitglieder ein Segen. Denn das Schönste für alle Mitwirkenden ist jedesmal die Aufführung, wenn alles Mühen endlich Früchte trägt und man sich gegenseitig inspiriert und ein lebendiges, musikalisches Ereignis entsteht.

G. Leffmann

... mit krista prante


Am 20. August 2017 erhielt Krista Prante im Rahmen eines Gottesdienstes in St. Lukas das Ansgarkreuz – ein Dankzeichen unserer Nordkirche, mit dem Gemeindegliedern 'für ehrenamtliches Engagement gedankt wird, das langjährig oder in besonderen Projekten insbesondere in einer Kirchengemeinde oder in einem Dienst und Werk ausgeübt wurde.' *
Auf dem Kirchplatz treffe ich eine engagierte und motivierte Frau. Bemerkenswert, wie sie sich für ‚ihre‘ Themen einsetzt. Eines betont sie gleich am Anfang: „Ich nehme dieses Ansgarkreuz stellvertretend entgegen, stellvertretend für die Menschen, mit denen ich lange zusammen gearbeitet habe – 17 Jahre

im Arbeitskreis Frieden, 5 Jahre in der Containerdorf-Hornkamp-Initiative und nun seit über 20 Jahren im Tansania- Arbeitskreis Mittleres Alstertal. Unser Engagement geschah und geschieht oft im Stillen. ‚Es ist gut, wenn es einmal sichtbar wird‘, schrieb mir eine Freundin.“

Im Jahr 1971 kam Krista Prante zur St. Lukas Gemeinde. Als 1975 der Laden DER NACHBAR eröffnet wurde, gehörte sie bald zu dem Team der Ehrenamtlichen, die dort Dienst taten. Ihre Aufgabe: mit Kindern zu spielen, damit die Mütter in Ruhe auf dem Markt einkaufen konnten. Die eigenen Kinder nahm sie mit. „Aus diesen sechs Jahren ist mir sogar ein Patenkind erwachsen ...“ Aber nach einer Gemeindefreizeit auf der Schwäbischen Alb im Jahr 1983 ging es dann richtig los. Der Arbeitskreis Frieden entstand. „Die Zeit damals war ‚hochexplosiv‘. Angesichts der atomaren Bedrohung wollten wir Stellung beziehen zu der Stationierung von Pershing II-Raketen und SS 20-Raketen auf deutschem Boden, zum sinnlosen, Milliarden verschlingenden Auf- und Wettrüsten zwischen Ost und West, zum gleichzeitigen Verhungern von Millionen Menschen in der sog. Dritten Welt.

Wir befragten die Bibel nach Friedenszeugnissen, lasen und diskutierten die einschlägigen Bücher, bereiteten in der Ökumenischen Dekade den ‚Bittgottesdienst für den Frieden‘ vor. Lange wurden wir kritisch beäugt ... Darum suchten wir nach ‚kleinen Schritten‘ in die Gemeinde, zu denen uns auch der vom Ökumenischen Rat der Kirche ausgerufene ‚Konziliare Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung‘ ermutigte. Einige Beispiele: Wir machten EDCS in St. Lukas bekannt, eine ‚Bank für die Armen‘, heute OIKOCREDIT genannt. Wir eröffneten einen Eine-Welt-Stand, an dem vierzehntägig nach dem Gottesdienst Waren verkauft wurden, für die die Produzenten auf der südlichen Halbkugel gerechte Preise erhielten.

Wir setzten uns dafür ein, dass in der Gemeinde fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wurde. Im Jahr 1992 – 500 Jahre nach der Entdeckung Amerikas – ‚warben‘, ich könnte auch sagen ‚kämpften‘ wir im damaligen KV darum, in der Passionszeit Andachten zum ‚Lateinamerikansichen Kreuzweg‘ halten zu dürfen – unterstützt durch das Nordelbische Missionszentrum. Auf unsere Anregung hin beschlossen 1996 die Kirchenvorstände von St. Lukas und St. Marien, auf eine überseeische Partnerschaft zuzugehen und einen Trägerkreis, den heutigen Tansania- Arbeitskreis Mittleres Alstertal, mit der Arbeit zu betrauen.“
Wenn man Krista Prante auf dem Kirchplatz erlebt, merkt man: Gemeindearbeit hält fit und motiviert. Toll! Sie könnte noch mehr berichten: von verschiedener Gremienarbeit, von der Freude, die der ‚Besuchsdienst‘ ihr bereitet ...

Auf die Frage, ob es einen biblischen Text gebe, der sie immer begleitet und der sie motiviert habe, lautet die Antwort: „Ja, es sind zwei: ‚LIEBE DEINEN NÄCHSTEN, ER IST WIE DU‘ und die Bitte aus dem Vaterunser: ‚DEIN REICH KOMME‘. Gott hat uns Menschen einen neuen Himmel und eine neue Erde verheißen. Sich ‚einzeichnen‘ in Seinen Weg der Liebe zu uns Menschen und des Friedens und der Gerechtigkeit mit kleinen, vorläufigen, oft unvollkommenen, aber entschiedenen Schritten ist sinnvoll und macht zufrieden.“
Eine Sache ist meiner Gesprächspartnerin am Ende unseres Interviews noch wichtig: „Neben den zahlreichen Weggefährten und Weggefährtinnen möchte ich meinem Mann dafür danken, dass er mir in all den Jahren den Rücken freigehalten und gestärkt hat!“

Wir danken Krista Prante und ihren Mitstreitern für die tolle Arbeit, die hoffentlich noch lange weitergeht!

 

Carsten Nillies

... mit drei Konfirmanden


Es herrschte entspannte Stimmung, als ich Oscar, Jacob und Justus auf dem Kirchplatz traf. Sofort wurde klar: Sie fühlen sich wohl in St. Lukas. Toll, dachte ich, auch junge Leute finden hier eine Heimat. Noch zwei Wochen bis zur Konfirmation - ein Jahr lernen, diskutieren und reisen liegt hinter den insgesamt 26 Konfirmanden, die dann am 30. April und 7. Mai in St. Lukas konfirmiert werden. Mit dabei: Oscar, Jacob und Justus. Für Oscar ist ganz klar: er freut sich bei seiner Konfirmation am meisten darauf, dass die ganze Familie zusammenkommt. „Speziell die Verwandten aus Süddeutschland, die man ja sonst nicht so häufig sieht“, erzählt er. Die drei 14Jährigen beginnen von ihrer Konfirmationszeit zu erzählen. Seit gut einem Jahr besuchen sie den Konfirmandenunterricht mit Pastor Georg Warnecke und Diakon Willem Heins, sind häufig(er) in den Gottesdienst gegangen und waren einige Male unterwegs. „Ich habe hier viele neue nette Menschen kennengelernt“, berichtet Justus. „Und man hat mehr über Gott und Jesus erfahren. Ich fand dabei sehr gut, dass wir als Konfirmanden hier auch einbezogen wurden und offen mit vielen Themen umgegangen wurde.“ Auch Jacob fand die Art und Weise, wie das Thema Gott im Unterricht vermittelt wurde, gut: „Wir haben viel diskutiert und geredet – und nicht so viel schriftliche Aufgaben gemacht“, erzählt er. „Das kam mir sehr entgegen“, fügt er schmunzelnd hinzu. Alle drei dachten vor dem Unterricht, dass es viel mehr um das Auswendiglernen und Tests ginge. Und waren überrascht, dass dem nicht so war.

Dann die entscheidende Frage: Was nehmt Ihr aus Eurer Konfirmanden-Zeit in St. Lukas mit? Habt Ihr etwas Neues erfahren oder entdeckt? „Ich weiß jetzt die zehn Gebote auswendig“, sagt Justus lachend. „Ich habe auch ein paar neue Freunde kennengelernt durch die Kirche. Und ich nehme mehr von Gott mit.“ Was den Dreien am besten gefallen hat, ist klar: „Die zwei Wochen in Norwegen“, erzählt Jacob. „Das waren fantastische 14 Tage, in denen wir einiges über Gott gelernt haben, aber auch viel Spaß hatten“. Dieses Jahr sind auch alle drei bei der Jugendfreizeit auf Korsika dabei und freuen sich schon sehr.
Aber auch die offenen Gespräche, mit der die christlichen Themen vermittelt wurden, kamen bei den drei Jungs – und vermutlich auch den anderen Konfirmanden – sehr gut an. „So haben wir in kleinen Gruppen mit Pastor Warnecke oder Willem über Gott und die Welt diskutiert, das war richtig gut“, erklärt Oscar. Teilweise waren die drei mit einzelnen Aspekten nicht ganz einverstanden, konnten das aber in den Runden äußern und ins Gespräch einbringen. Darüber hinaus mussten die Konfirmanden ja einige Gottesdienste besuchen, die nicht immer ansprechend waren, wie Jacob erzählt. „Aber auch darüber haben wir gesprochen und uns wurde erklärt, dass ja immer verschiedene Altersgruppen in der Kirche sind und man kann es nicht für jede ansprechend gestalten“, weiß er zu berichten.

So und jetzt einen Satz vervollständigen:
Mein schönster Moment in der Konfi-Zeit in St. Lukas war, ...
Jacob: „... als wir in Norwegen immer alle zusammen gesessen haben.“
Oscar: „... als wir in Norwegen am See waren.“
Justus: „... als ich in St. Lukas neue Leute kennengelernt habe.“
Darüber, wie es nach der Konfirmation in St. Lukas für sie weitergeht, ist den dreien auch klar: „Wir würden jetzt nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen, aber wir können uns schon vorstellen, uns später einmal als Teamer (Betreuer) auszuprobieren. Aber dazu muss man wohl erst 16 sein und muss noch einen Kurs machen“, erzählt Justus. „Und vielleicht auch mal als Betreuer mit nach Korsika oder Norwegen zu fahren“, ergänzt Jacob. Für die neuen Konfirmanden haben sie auch direkt einen Tipp auf Lager: „Geht von Anfang an Mittwochs zum Jugendtreff, dann wird man direkt besser eingebunden und lernt auch die älteren Jugendlichen kennen“, sagt Oscar.
Für die Zukunft wünsche ich mir von St. Lukas, dass ...
Oscar: „... sie noch ein bisschen mehr bei der Gestaltung des klassischen Gottesdienstes auf die Jugendlichen eingehen.“

Justus & Jacob: „... es öfter einen Jugendgottesdienst gibt.“

Im Gespräch wird aber eines vor allem klar, dass sich der Bezug der drei zu St. Lukas im Laufe des letzten Jahres geändert hat: „Vorher war das halt eine Kirche, wo man ab und zu mal hingeht, und jetzt kennen wir hier viele und sind regelmäßig hier.“

Carsten Nillies

... mit Gertrud Wellmann- Hofmeier


Diesmal fand das Gespräch nicht auf dem Kirchplatz statt. Es war einfach zu kalt im Januar. Sie kennen die Dame auf dem Foto nicht? Wenn sie nicht in der Kirchenbank in unserer schönen St. Lukas Kirche sitzt, steht sie hinter dem Lesepult und liest die Epistel und das Evangelium für den jeweiligen Sonntag. Doch LektorInnendienst ist nur eine von Gertrud Wellmann-Hofmeiers zahlreichen Aufgaben in unserer Kirche. Als Ausdruck des Dankes für fast 40-jähriges ehrenamtliches Engagement wurde sie von Bischöfin Kirsten Fehrs am 30. Oktober 2016 in einem festlichen Gottesdienst im Hamburger Michel mit der Bugenhagen Medaille* ausgezeichnet. Ich hielt es für angemessen, dass unsere St. Lukas Gemeinde davon erfährt. Aufzulisten, in wie vielen kirchlichen Gremien und Gruppen Frau Wellmann- Hofmeier mitgearbeitet und ihre Stimme erhoben hat gegen Ungerechtigkeit, Ungleichheit und menschenverachtende Diskriminierung ist hier nicht der Ort. Doch seien stellvertretend für ihr Engagement die dreizehn Jahre lang durchgehaltenen Mahnwachen und Aktionen gegen die Apartheidspolitik in Südafrika genannt, ihr Eintreten für Frauenrechte sowie ihre Mitarbeit als Delegierte der „Dienste und Werke“ - bis heute! - in den verschiedenen Synoden unserer evangelisch- lutherischen Kirche mit ihren Ausschüssen und Arbeitskreisen.

 

Was ist es, das Gertrud Wellmann- Hofmeier über Jahrzehnte die Kraft, den Mut und den langen Atem gegeben hat, sich stark und „gerade“ zu machen für Menschen am Rande der Gesellschaft?

 

„Aufgewachsen in einem evangelischen Pfarrhaus habe ich mich irgendwann gefragt: Was kann ich als Christin konkret tun, um meinen Glauben überzeugend zu leben? Und angefangen hat es dann mit Südafrika. Solidarität war gefragt. Rassendiskriminierung zu dulden war mit der Geschichte des Nationalsozialismus im Hinterkopf einfach nicht möglich. Dabei handelten wir, die sog. Boykottfrauen, gegen den erklärten Willen fast aller Landeskirchen und der EKD, wurden aber unterstützt durch die Frauenwerke.“

 

„Du hast einmal gesagt, dass das „Haus der Frau“ am Loogeplatz in Hamburg damals zu deiner geistlichen Heimat wurde.“

 

„Ja, dort traf ich Frauen, die wie ich auf der Suche nach einem veränderten Gottesbild waren und die sich auch politisch engagieren wollten. Die Themen Geschlechtergerechtigkeit, gerechte Sprache, feministische Theologie haben uns sehr beschäftigt.“


Und was macht Frau Wellmann- Hofmeier gerade jetzt?


„Außer meinem Amt in der Kirchenkreissynode Hamburg-Ost beteilige ich mich als eine der „Frauen in Schwarz“ an den monatlichen Mahnwachen gegen „Krieg und Gewalt“, zum Beispiel im Januar gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Ich habe mehrere Jahre Abschiebehäftlinge im Gefängnis betreut; jetzt bin ich Flüchtlingslotsin und begleite seit eineinhalb Jahren Geflüchtete zu Ärzten und Behörden. Es geht darum, ihnen Unterstützung zu geben und deeskalierend zu wirken. Was den Menschen per Gesetz zusteht, das sollen sie erhalten.“

 

Einstehen, beistehen, sich gerade machen, den Mund auftun für die Stummen - Hut ab, liebe Gertrud! Gottes Segen und Geleit auch durch dieses Jahr!


Krista Prante

HINWEIS:
Vom 24. April bis zum 14. Mai 2017 ist die Wanderausstellung des Frauenwerks der
Nordkirche „ ... von gar nicht abschätzbarer Bedeutung - Frauen schreiben Reformationsgeschichte“
in der Hauptkirche St. Jacobi zu sehen.

* Die Bugenhagen-Medaille wird verliehen für „hervorragende Verdienste für das kirchliche Leben“ und ist die höchste Auszeichnung der Nordkirche für ehrenamtliches Engagement.

... mit dem Nikolaus


Wir erwischten den Nikolaus so gerade noch auf unserem Kirchplatz – er wirkt etwas gehetzt, aber nimmt sich trotzdem Zeit für unsere Fragen:

 

Lieber Nikolaus, wie geht‘s Dir? – Oh, kann ich Dich überhaupt duzen?

 

Nikolaus: Oh, Hallo. Danke der Nachfrage: mir geht es sehr gut. Wer mehr als 1.700 Jahre auf dem Buckel hat, der ist so leicht nicht unterzukriegen. So lange mich die Kinder und ihre Eltern nicht vergessen, gibt es auch den Nikolaus. Ob Du mich duzen darfst? Nun ja, ich bin ja immerhin Bischof und die Menschen sagen, ich sei ein „Heiliger“. Aber mir ist eine zu große Distanz eher unangenehm. Von daher: sprich mich gerne so an, wie du magst.

 

Lieber Nikolaus, bist Du eigentlich gerne Nikolaus? 

 

Nikolaus: Oh ja, das bin ich. Denn es ist ja so: Das Fest der Geburt Jesu Christi, also von der Menschwerdung Gottes, ist von einer zentralen Bedeutung für die Menschen und die Welt. Da bin ich viel lieber der Nikolaus als der Weihnachtsmann. Denn: zu Weihnachten bedarf es wahrlich mehr als nur einer lustigen Dekofigur für den Austausch von Geschenken. Außerdem möchte ich das Bewusstsein vermitteln, dass Kinder das größte Geschenk sind und unter einem besonderen Schutz Gottes stehen – auch das dürfen wir durch das Kind in der Krippe ja (neu) sehen. Und ich muss sagen: ein bisschen stolz bin ich ja auch … viele Menschen haben sich an mir ein Beispiel genommen: es gibt Armenspeisungen und fürsorgliche Blicke auf Menschen in Not, weil man sich am Heiligen St. Nikolaus orientiert. Neulich habe ich sogar eine St. Nikolaus-Kirche gesehen. Eine Weihnachtsmann-Kirche kenne ich jedenfalls nicht …

 

Was ist das schönste an Deiner Aufgabe?

 

Nikolaus: Ich beschenke die Menschen gerne, vor allem die Kinder. Dieses Brauchtum hat sich im Mittelalter herausgebildet. Die Paten haben am 6. Dezember Geschenke verteilt. Diesen Brauch gibt es etwa in Holland noch heute. Interessant ist, dass bis zur Reformation generell keine Weihnachtsgeschenke verteilt wurden. Erst Martin Luther hat in Deutschland das Christkind als Geschenkebringer eingeführt. Für die Kinder habe ich jedenfalls Überraschungen bereit.

 

Was nervt Dich an Deinem Job?

 

Nikolaus: Am Job eigentlich nichts. Was nervt, sind die Missverständnisse: zum einen, dass man mich mit dem Coca-Cola-Männchen (Weihnachtsmann, die Red.) verwechselt und zum anderen, dass Menschen denken, ich würde mit der Rute strafen! Ein Heiliger macht den Menschen niemals Angst! Er ist kein Kinderschreck. Ich will nicht als pädagogische Waffe missbraucht werden. Ich war ein Bischof, der bedürftigen Kindern half, zu Unrecht Gefangene rettete und vieles mehr.

 

Kommst Du dieses Jahr nach St. Lukas?

 

Nikolaus: Da der 6. Dezember in diesem Jahr auf einen Dienstag fällt, wird es jedenfalls keinen Nikolaus in einem Familiengottesdienst geben, so wie im vergangenen Jahr. Aber ich lasse mich bestimmt mal blicken. Kürzlich hörte ich von einer Aktion, die sich „lebendiger Adventskalender“ nennt – das würde ich auch gerne mal miterleben.

 

Meistens wünschen sich ja die Kinder etwas von Dir - was wünscht Du Dir von den Menschen in St. Lukas?

 

Nikolaus: Oh Gott. Heilige sollten wunschlos glücklich sein. Vielleicht etwas zum Nachdenken. Erstens: Heilig, und damit ein Zeuge für die Botschaft Jesu, kann eigentlich jeder sein; das beginnt im Alltag. Zweitens: Mit meinen Gaben will ich zeigen, wie wichtig eine helfenden Hand ist, und hinweisen auf die Liebe Gottes. Drittens, und jetzt muss ich doch ein wenig streng zu den Erwachsenen werden: Eure Kinder haben Besseres verdient als den Weihnachtsmann!

 

Lieber Nikolaus, vielen Dank für das Gespräch.

 

Nikolaus: Gern geschehen. Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnachtszeit!

 

... mit Angelika Vagts


Seit 19 Jahren wurde jeder, der die Telefonnummer der Gemeinde gewählt hatte von ihr begrüßt. 19 Jahre war Angelika Vagts die Gemeindesekretärin und die Küsterin in St. Lukas, und so mancher hatte das Gefühl, dass sie eigentlich immer da war, weit über die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten hinaus. Die Sielleitungen waren verstopft und das Regenwasser lief in den Pastoratskeller: „Angelika Vagts kam zum Wasser schippen“. Sonntag, 10:00 Uhr und die Kirche ist kalt: „Angelika, die Heizung geht nicht, kannst Du vorbeikommen?“ Handwerkertermine am Mittwoch: „... ist zwar mein freier Tag, aber ich werde da sein“.

 

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, Angelika Vagts war immer hilfsbereit und freundlich, sachlich und zugewandt, auch in schwierigen oder turbulenten Zeiten.

 

Für jeden, der ins Gemeindebüro kam, hatte Angelika Vagts ein offenes Ohr, nicht nur bei offiziellen Anliegen, sondern auch für private Nöte und Sorgen; für die Pastoren und die Verwaltung, für den Kirchengemeinderat und alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter war sie unverzichtbar. Sie kannte alles und jeden. Aus so manchem Kontakt ist mit den Jahren Freundschaft geworden.

 

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge entlassen wir unsere  Küsterin und Sekretärin in ihren wohlverdienten Ruhestand. Wir wünschen ihr Gottes reichen Segen für diese neue Zeit und freuen uns auf noch viele Begegnungen in Fuhlsbüttel und in St. Lukas.

 

Danke, Angelika!

 

Für den Kirchengemeinderat: Claudia Scherf

... mit erika Ripken


Sie ist Gesicht und Betreuerin unseres BASARs. Seit wann? „Im ersten Jahr in diesem „neuen“ Gemeindehaus, also 1990 der 1991. Bei einem Besuch im Gemeindehaus im Oktober gab es kein Durchkommen. Kurz entschlossen wurden die Ärmel aufgekrempelt, ohne lange zu planen. Seither gehört meine Liebe dem Basar.

Ab 1. Oktober werden Spenden gern angenommen, von Mitarbeitenden vorsortiert. Da gibt es für die Gemeinde auch Unannehmlichkeiten, Unruhe, Chaos, das für viele nicht leicht zu ertragen ist.

In der letzten Woche vor dem Basar fallen alle Veranstaltungen im Gemeindehaus aus. Jeder, der ins Gemeindehaus kommt, freut sich über die eigene Ordnung zu Haus und ist dann um so mehr überrascht über das Wunder am Basartag. Viele Menschen kommen in diesen Wochen ins Gemeindehaus, lernen sich kennen, bringen Spenden und helfen mit. So entwickeln sich über die Jahre viele Kontakte, und man freut sich, wenn man sich wiedersieht. Fast alle Spenden sind willkommen, jede Gabe wird begrüßt.

Jedes Jahr passiert es, dass Dinge abgegeben werden, die gar nicht zum Basar sollten – und immer finden sie auf Nachfrage auch ihren Weg zurück zum Besitzer. So bekamen wir einmal von der Frau eines Sammlers sehr schöne Kochbücher gebracht. Ein Gemeindeglied, das auch Kochbücher sammelte, war hoch erfreut und kaufte sie vorab für DM 8,- pro Stück. Der ursprüngliche Sammler bemerkte die „Untat“ seiner Frau noch rechtzeitig, der Käufer gab die Bücher, deren Wert ein Vielfaches betrug, freundlich zurück.

Der Basar ist anstrengend. Unterschiedliche Sichtweisen, Fähigkeiten und Ideen unter den Mitarbeitenden beleben die Vorbereitungen, in deren Verlauf Kraft und Energie aller Mitarbeitenden (es sind wohl 150 bis 180 Menschen) strapaziert werden.

Dank langjähriger Erfahrungen vieler Mitarbeiter (auch noch aus dem alten Gemeindehaus) und den vielen neuen Mitarbeitenden ist der Basar immer wieder erfolgreich. Am Abend des Basartages ist die Freude über geschaffte Arbeit und Ergebnis groß.“

Was ist das Beste für Sie am Basar? „Samstag Abend, wenn alle Vorbereitungen zu Ende sind, noch einmal durch die Räume zu gehen und zu sehen: die Stände, die liebevoll aufgebaut sind – was ist aus dem Chaos der Wochen zuvor geworden „und siehe, es ist sehr gut“. Jede, jeder, der Lust hat mitzuarbeiten – und sei es auch nur für wenige Stunden – ist herzlich willkommen.“

 

Das Gespräch führte Gisela Leffmann

... mit Willem F. Heins


Griffbereit ein Stapel von Liederbüchern und die Gitarre, Laptop hier und PC dort an einem mit Papieren bedeckten Arbeitsplatz – Willem Heins hat den Diakonraum aus seinem Dornröschenschlaf erweckt.

Nach Tätigsein sieht es hier aus, nach einem, der die Hemdsärmel aufkrempelt und seine Ideen in die Tat umsetzt, auch wenn er gerade heute am sommerlich heißen Tag im kurzärmeligen T–Shirt vor mir sitzt. Ein Diakon sei eben noch einiges mehr, lacht er, mit der Vorbereitung zur Norwegenfahrt beschäftigt, eben auch mal Werbefachmann, mal höherer Verwaltungsangestellter.

Aber welches Aufgabenfeld hat nun ein Diakon und was ist unserem Diakon besonders wichtig? Alles, was in der Gemeinde mit Kindern der verschiedenen Altersstufen und mit Jugendlichen zu tun hat. Für die Jüngeren gehört der Kindergottesdienst und die Bibelzeit in der Kita dazu, für die Älteren – zusammen mit dem Pastor – die Ausgestaltung des Konfirmandenunterrichts; für die älteren Jugendlichen wöchentliche Treffen, Freizeiten und Reisen.

Dabei ist ihm beides gleichermaßen wichtig, die Begleitung im Alltag und für den Alltag und auch die herausgehobene, festliche Veranstaltung. Und über allem steht, Kirche und den Glauben nahe zu bringen und als etwas Unmittelbares erlebbar werden zu lassen. Das mag er gern direkt ausdrücken: „Lust auf Glauben, Lust auf Kirche und Leben mit Gott wachsen lassen.“

Ihn selbst, so berichtet er auf Nachfragen, hat die Jugendarbeit in seiner damaligen Heimatgemeinde stark geprägt. Die Atmosphäre der Offenheit und des Verständnisses gab auch Anstoß, sich für diesen Beruf zu entscheiden.

Ihm ist es wichtig, dass Jugendliche in der Kirchengemeinde einen Ort haben, an dem sie sich entfalten können und gerne einbringen. Das bedeutet auch, dass er als Diakon nicht als ‚höhere Instanz‘ Ziele setzt, nach denen sie sich auszurichten haben. Denn eine lebendige Gemeinde entsteht vom Mitmachen und vom Gestalten vieler: Jüngerer und Älterer, fest Angestellter und Ehrenamtlicher miteinander und nebeneinander.

Gegenwärtig sind 10 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren dabei, sich in der einjährigen Ausbildung zur Teamerin oder zum Teamer ausbilden zu lassen, um weiterhin in der Gemeinde mit zu arbeiten.

Angesprochen auf die lange Liste von Hobbys in seiner Vorstellung (in Heft 7) zum Stichwort ‚Reisen‘: „Reisen und Begegnung, das kann gut zusammen passen. Wenn man äußerlich unterwegs ist, kann es auch leichter sein, sich innerlich auf zu machen, anderes an sich heran zu lassen und für Neues offen zu sein.“

Lust am Lesen, Bücher? Willem Heins lacht. Dazu komme er kaum. Wenn er mal Zeit hat, liebt er Bücher über Lebenswege von Menschen. Auch den Ausspruch von Johannes Rau: „Bibel und Zeitung!“ mag er. Beides sei eben wichtig: Zu erfassen, was um uns herum geschieht, und eben die Bibel.

Bibelfan?

Ein leidenschaftlicher! Und obwohl die Zeit schon überschritten war, sprudelten weitere Ideen. Er berichtete von dem Projekt ‚BibelwORTE‘ bei dem aus Alltagsorten Bibelorte wurden. Eine Feuerwache zum Beispiel oder eine Bäckerei oder vielleicht auch eine Entbindungsstation.

An diesen Orten waren Treffen vorbereitet, Lesungen von Texten aus der Bibel und parallel dazu von Texten mit unmittelbarem Gegenwartsbezug.

Was für eine anregende Idee, Herr Heins!


A. G.