Unsere Kirchenmusiker/innen


Xiaojing Sheng


Liebe Gemeinde, liebe Chormitglieder,

 

mein Name ist Xiaojing Sheng. Gebürtig in China lebe ich nun schon seit einigen Jahren in Deutschland. Nach Klavier- und Orgelabschlüssen studiere ich nun an der HfMT und arbeite als Kirchenmusikerin.

 

Sie haben vermutlich schon meine Kollegin Minji Choi an der Orgel im Video-Gottesdienst gesehen. Sie wird in der kommenden Zeit den Orgeldienst übernehmen. Ich werde die Kantorei und den Kinderchor leiten und betreuen. Dabei werden wir beide als ein Team zusammenarbeiten.

 

Wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen können wir leider noch nicht sofort mit Präsenz-Chorproben starten. Aber ich versuche zur Überbrückung ein alternatives Format zu finden. Die Stille der Corona-Zeit macht uns besonders bewusst, wie wichtig die Musik und das gemeinschaftliche Musizieren für unser Leben sind. Aber:

 

„If Winter comes, can spring be far behind?“ - Percy Bysshe Shelley

 

Ich freue mich schon darauf Sie persönlichkennenzulernen,

 

Ihre Xiaojing Sheng

Minji Choi


Liebe Gemeinde,

 

ich freue mich sehr, dass ich mich als neue Organistin in der St. Lukas-Gemeinde bei Ihnen vorstellen darf. Ich komme aus Südkorea und bin seit sechs Jahren in Deutschland, um mein Studium fortzusetzen und als Kirchenmusikerin zu arbeiten. Ich habe in meiner Heimat Kirchenmusik und Orgel studiert und anschließend studierte ich in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Orgelausbildung und Kirchenmusik.

 

Meine Kollegin Xiaojing Sheng und ich arbeiten bis zum August in St. Lukas zusammen.

 

Ich übernehme Orgeldienste, und Frau Sheng übernimmt die Abteilung der Chöre. Es ist so bedauerlich, dass wir zur Zeit aufgrund der Corona-Pandemie Gottesdienst in Präsenzform nicht zusammen feiern können. Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich von Angesicht zu Angesicht zusammen Gottesdienst feiern und miteinander singen und schöne Musik in der Kirche hören und genießen können.

 

Ich plane, in diesem Jahr ein Orgelkonzert zu gestalten, wenn hoffentlich wieder Konzerte möglich sind. Ich bin sehr erfreut und hoffe, die freundliche Gemeinde kennenzulernen und mit Ihnen zu musizieren.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Minji Choi


Kantorei St. Lukas zum Tode von

Bastiane Becker-Foß

geb.  5.12.1957 – gest. 12.12.2020

Kirchenmusikerin in der Gemeinde St. Lukas – Fuhlsbüttel

von 1982 bis 2020

 

„Jauchzet, frohlocket…“

Mit dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach gab Bastiane ihr erstes Konzert in St. Lukas im Dezember 1983.

Lustig war’s, das Einsingen im Chor, das dem Singen der vielstimmigen Kantaten vorausging. Um die Stimme zu lockern und das Gehör für Nuancen zu schärfen, war ein Wort- und Silbensalat angerichtet worden, und am Ende wurde immer auch, in Halbtonschritten aufwärts und in Terzsprüngen abwärts und außerhalb der Sichtweite eines Kellners, „Cappuccino“ zum Klingen gebracht.

 

Ja, so begannen die Chorproben montags am Abend. Gute Laune und Fröhlichkeit breiteten sich schnell aus. Die Woche fing gut an.

Die Chorproben waren immer sehr intensiv und ihre einfallsreichen Sprüche, mit denen sie uns die richtige Ausdrucksweise beim Singen anschaulich machte, wirkten Wunder und trugen zur guten Stimmung bei.

 

Auch wenn manch schnelle Tonfolge oder ungewohnte Melodiesprünge uns zuerst überforderten, kam ihr „Ihr könnt das!“ als Bestätigung des Erreichten und Ansporn.

So viele Pläne hatte sie noch mit uns, ihrem Chor:

-                  am 1. Advent 2020 die Bach-Kantate „Schwingt freudig euch empor“

-                  im Mai 2021 Haydn „Die Schöpfung“

-                  2022 noch einmal Mendelssohn „Elias“

-                  und zum Schluss Mozart „Requiem“.

 

Und dazwischen viel schöne Musik in den Gottesdiensten. Manch zu bekanntem Choral gab sie durch ihre Begleitung neue Frische.

Wie oft gingen die strahlenden oder leisen Töne beim Orgelvorspiel oder am Ende des Gottesdienstes direkt ins Herz und manches rasante Orgelnachspiel schickte uns wach und froh in den Tag.

 

Bastiane kam im Dezember 1982 als Kantorin und Organistin mit Konzertexamen nach St. Lukas. Elli war damals schon im Chor und ist es bis heute. Sie hat Bastiane schon damals  sehr aufgeschlossen, fröhlich und humorvoll erlebt. Bastiane hatte immer viele Ideen. Ihr Angebot an Musikstücken war abwechslungsreich und blieb es bis zum Schluss.

Gerta, die Bastiane auch von Anfang an erlebt hat, erinnert sich an die Proben für das Weihnachtsoratorium I-III, das Weihnachten 1983 aufgeführt wurde. Die Teile IV-VI folgten im nächsten Jahr.

Die Aufführung des Weihnachtsoratoriums Teil IV – VI 2019 mit uns war leider ihre letzte große musikalische Arbeit in St. Lukas.

 

„Sie hat so lange geduldig und humorvoll mit uns geprobt und ausgezeichnet am Flügel begleitet, bis wir alles sicher konnten.“

 

Gerta erinnert sich, dass Bastiane einmal zu einem Konzert krank wurde und eine Vertretung den Chor ohne Proben leiten musste. Der Zweifel, ob das gelingen konnte, war schnell beseitigt. Der Chor beherrschte seinen Part und das Konzert wurde ein Erfolg.

 

Es war nicht nur geistliche Musik, die sie uns nahe brachte. Auch weltliche Stücke machten uns Freude. Besonders erfolgreich war unsere Aufführung von Brahms Zigeunerliedern.

Bei der „Nacht der Kirchen“ in St. Petri haben wir uns mehrmals mit modernen Stücken, z. B. einer Jazz – Messe, beteiligt.

 

Was unsere Chorgemeinschaft wachsen ließ, waren die viertel-/ bzw. halbjährlichen

Geburtstagsfeiern, jeweils im 2. Teil der Chorprobe. Für die dabei aufgetischten Buffets waren wir bekannt.

Denn auch bei den Generalproben vor den Konzerten freuten sich die Solist*innen und Instrumentalist*innen über die Stärkung in freundlicher Atmosphäre.

 

Im Sommer fand traditionsgemäß ein Grillfest bei einem Chormitglied im Garten statt. Fröhlich sangen und feierten wir zusammen.

 

Am Ende der letzten Dezemberprobe fand auf Bastianes besonderen Wunsch der „Scheußlichkeiten – Julklapp“ statt. So fröhlich hätten wir gerne in diesen Tagen zusammengesessen!

 

Bei all dieser menschlichen Nähe wuchs auch unser musikalisches Vermögen. Und nach manchmal unendlich vielen Proben gaben wir bei den Aufführungen alles. Bastianes Musikempfinden sprang auf uns über, so dass die Kirche voller Klang war.

 

Hier eine Auswahl der Werke, die wir unter ihrer Leitung aufführten:

-                  Bach: Weihnachtsoratorium I – VI

-                  Verschiedene Bach – Kantaten

-                  Bach: Johannes Passion

-                  Händel: Messias

-                  Mendelssohn: Elias

-                  Schubert: Deutsche Messe

-                  Mozart: Requiem

-                  Brahms: Zigeunerlieder

-                  Jazz – Messe

-                  Krüss: Der Sängerkrieg der Heidehasen - zusammen mit dem Kinderchor

 

Bastiane hat ihre Arbeit in St. Lukas und ihre Orgel geliebt und sich voll und ganz dafür eingesetzt. Uns wird es immer unverständlich bleiben, warum sie, besonders in den letzten Jahren, von ihren Vorgesetzten so wenig Unterstützung und Anerkennung bekam.

 

Großartig war ihre Arbeit mit dem Kinderchor. Mehrere Singspiele hat sie mit den Kindern aufgeführt. Besonderen Eindruck machte „Die Arche Noah“. Dabei kamen auch mit Hilfe einiger Eltern und Chormitglieder Bastianes vielseitige künstlerische Fähigkeiten zu Tage. Bühnenbild und Kostüme waren immer besonders gelungen.

 

Neben ihrer großen musikalischen Begabung liebte sie auch das Schöne im Visuellen. Sie malte und probierte immer wieder neue kunsthandwerkliche Techniken aus. Sichtbar wurde dies in ihrem kreativ, farbenfroh und liebevoll gestalteten Zuhause. Das hätte sie so gerne noch länger genossen…

 

Zum „Tag der Hausmusik“ ermutigte und unterstützte sie viele Jahre Hobby-Instrumentalisten*innen und Sänger*innen, einen Auftritt zu wagen. Es wurde zur Freude aller Beteiligten immer ein gelungener Musiknachmittag.

 

Stimmen aus dem Blockflötenkreis: „Seit Jahrzehnten war Bastiane unsere geschätzte und geliebte Flötengruppenleiterin. Sie war eine von uns, aber auch unsere hochkompetente und geduldige Lehrerin. Sie hatte einen feinen Humor, der von Albernheiten bis in die Wahl unserer Literatur hinein wirkte und hatte aber auch unbestrittene Autorität. Mit unserer Aufmüpfigkeit ging sie großzügig um und blieb immer authentisch. Wir vermissen sie sehr.“

 

So viel wäre noch zu sagen nach fast 40 Dienstjahren intensiven Wirkens in St. Lukas.

 

Eine Schlussbemerkung aus dem Chor, die viele teilen:

„Für mich als musikalischer Laie war Bastiane aus einer anderen Welt, der wunderbaren Welt der Musik. Jedes Werk, an dem wir arbeiteten, gewann durch sie meine absolute Hingabe und mein Herz. Dafür danke ich ihr.“

 

„…Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt…“

Mit dem Schlusschoral aus dem Weihnachtsoratorium endete auch ihr letztes Konzert in St. Lukas.

 

In Zusammenarbeit mit Chormitgliedern,

Jutta March

  Hamburg, d. 18.12.2020