D wie Diakon


In einer Gemeinde werden verschiedene Gaben und Begabungen benötigt. Manches kann jeder, für manches braucht es darüber hinaus auch Professionalität. Das hatte auch schon die erste Gemeinde in Jerusalem erkannt, als sie den Aposteln die Diakone (altgr. διάκονος diákonos‚ Diener, Helfer) zur Seite stellte – keiner konnte für alles zuständig sein, jede hatte seine Begabung und Aufgabe; und die Apostel waren vor allem für Predigt und Lehre zuständig. Die allerersten Diakone sollten, so steht es in der Bibel (Apg 61-6), Menschen „von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“ sein – und sich um die Finanzen der Gemeinde und um Alte, Schwache und Kranke kümmern und dabei auch vermittelnd tätig sein. Das mündete schließlich in das, was wir heute als Diakonie kennen. Das Amt des Diakons hat sich im 19. Jahrhundert aber sehr gewandelt – gerade durch Johann Hinrich Wichern (Bild rechts), der das Berufsbild in Richtung Erziehung und Mission verschob. Die Ausbildung heute ist recht breit ausgelegt, Pädagogik, Psychologie und Sozialrecht sowie ein gutes Maß an Theologie gehören dazu. Es ist für manchen sicherlich entlastend, dass bestimmte Aufgaben in der Gemeinde berufsmäßig erfüllt werden. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder mit seinen Gaben und Begabungen gerufen ist, diese im Rahmen seiner Möglichkeiten auch zum Wohle der Gemeinde und des Gemeinwesens einzubringen: Diakonisch handeln können wir alle – dazu hat Gott jeder und jedem Gaben und Begabungen mitgegeben, dass die Gemeinde gedeihe!

C wie ... "Christus"


Wenn wir von Jesus Christus sprechen, liegt es nahe zu meinen, Christus sei der Nachname von Jesus, dem Sohn Gottes; doch handelt es sich vielmehr um einen Titel!
Jesus – dessen Name auf deutsch wohl mit Gotthilf(-t) am naheliegendsten übersetzt wird – trug aufgrund seiner Aufgabe in dieser Welt den Titel חישמ (Messias), auf griechisch Χριστός (Christus), zu deutsch: „der Gesalbte“. Gesalbt wurden ursprünglich Menschen für eine bestimmte, oft hohe Aufgabe – man könnte in gewisser Weise hier auch von einer Berufung sprechen. Die Aufgabe von Jesus nun war, sich in die Bresche zu werfen, die durch die Trennung zwischen Gott und Menschen entstanden ist, weil jede/r nur auf sich selbst schaut – den Menschen die Chance zu geben, aus dem Kreisen um sich selbst herauszukommen. Darin liegt die Freiheit eines Christenmenschen. Und auch der Tod als Folge menschlichen Handelns wurde Karfreitag und Ostern überwunden. Christen sind jene, die Jesus vertrauen – und vom Christus haben sie ihren Namen, weil sie durch die Taufe zu ihm gehören.
Und dieser Christus ist die Mitte des christlichen Glaubens, um ihn geht es; in seinem Namen liegt unsere Hoffnung – und zu dieser Hoffnung sind wir alle berufen.
Mehr darüber – auch, was das konkret und praktisch heisst – hören wir in den Gottesdiensten und Gesprächskreisen in der Kirchengemeinde.

B … wie Bekenntnis („Credo“)

In jedem Gottesdienst bekennen wir gemeinsam mit den Worten unserer Mütter und Väter im Glauben unseren christlichen Glauben – im „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ (zum Hintergrund des „Credo“ siehe hier…). Diese Worte sind der kleinste gemeinsame Nenner der christlichen Konfessionen; sie verbinden die, die zu Gott gehören, miteinander. 

 

Im Credo sind in kürzester Weise die wesentlichen Inhalte unseres christlichen Glaubens zusammengefasst – dafür stehen wir, das ist unaufgebbar. Hier gestehen wir und sagen öffentlich, was uns als Christenmenschen wichtig ist. Und im Gottesdienst vergewissern wir uns auch gegenseitig unseres Glaubens, indem wir das Credo miteinander beten.

 

In der Bibel ist nun, wenn von „Glauben“ die Rede ist, immer von „Vertrauen“ die Rede.

Darum geht es. Gott vertrauen. Wenn wir also am Beginn des Credo mit den Worten „Ich glaube an Gott…“ beginnen, könnten wir genauso gut auch sprechen: „Ich glaube Gott…“. Glauben Sie Gott? Dass er Ihnen gut ist? Dass er Ihnen Gutes will? Dass er eine gute Richtung für Ihr Leben weiß?

Was das konkret praktisch für unseren Alltag zu heißen vermag, davon hören wir dann in den Bibellesungen und der Predigt im Gottesdienst.

A … wie „Advent“

Im Laufe eines (Kirchen-)Jahres gibt es Dinge, die sich wiederholen. Bestimmte Feste wie Ostern oder Weihnachten, zum Beispiel. Dabei kommen diese Feste nicht plötzlich und unerwartet, sondern sie haben einen bestimmten Platz im Jahreslauf. Vor allem aber gibt es immer auch eine Vorbereitungszeit. 

Wenn also ein hoher Gast kommt, dann bereitet man alles vor, auch sich selbst. Weihnachten will Gott bei uns ankommen. Das feiern wir Heiligabend und Weihnachten. Aber wie bereiten wir uns eigentlich darauf vor, dass Gott uns ganz nahe kommen und sein will? Mit der Adventszeit, die erst am 1. Advent beginnt. Zeichen der Vorbereitung sind oft der Adventskranz oder Adventskalender, oder Lichterbögen wie jene aus dem Erzgebirge. Und natürlich das Gebäck, das in der Zeit gebacken wird, früher aber erst zu Weihnachten gegessen wurde. Und innerlich? Wie bereiten wir uns innerlich darauf vor?

Gott will zu Dir, will zu Ihnen kommen – will bei Dir und bei Ihnen wohnen, Dir und ihnen ganz nahe sein. Seit jeher haben Christenmenschen daher die Adventszeit auch als Fastenzeit begangen, d.h. man verzichtet auf etwas liebgewonnenes, um sich stattdessen Zeit für Gott, für’s Gebet, für’s Bibellesen zu nehmen. Die Phantasie wird da sicherlich noch mehr zutage bringen können.

Wie werdet ihr, wie werden Sie sich vorbereiten?

Kirche von A–Z

…unter dieser Überschrift soll in Zukunft eine kurze Erklärung von Begriffen auf dem Gottesdienst und der Kirche stehen. Was interessiert Euch und Sie, welche Begriffe sind Euch und Ihnen fremd? Das wüssten wir gerne … – Für Anregungen und den Einstieg zum Thema hier ein Link in’s Internet: http://tinyurl.com/GottesdienstLexicon