Unsere Kirchenmusikerin


„Nicht so lange andieseln!“ Wer im St. Lukas - Chor singt, weiß Bescheid. Es geht nicht um eine Prüfung in der KFZ - Werkstatt, sondern um den Einsatz einer Singstimme. „Denkt euch den Ton schon vorher, seid bereit! Und kräftig los!“

Vor zwei Jahren hatte Bastiane Becker-Foß ihr 30 jähriges Dienstjubiläum als Kantorin in St. Lukas. Wie kam sie zu diesem Beruf? Es führte „schließlich doch kein Weg vorbei“, denn ihre ganze Familie besteht ausschließlich aus Kirchenmusikern. Sie versuchte zu „flüchten“, studierte erst Schulmusik und legte dann das Musiklehrerexamen ab. Das Studium der Orgel hatte sie in Bremen schon als Schülerin parallel zur Oberstufe aufnehmen dürfen; sie schloss es mit Konzertexamen ab und wendete sich dann doch noch der Ausbildung zur Kirchenmusikerin zu.

Chorsingen war während ihrer Kindheit und Jugendzeit „ihr Leben“. Sie sang die sieben Tage der Woche in vielen Chören mit und leitete mit 16 Jahren ihren ersten eigenen Chor.

In ihrer Arbeit ist ihr beides wichtig: Das gesonderte Einüben von Werken der Kirchenmusik sowie die fortlaufende Arbeit mit Angeboten an die Gemeinde, musikalischer Begleitung der Gottesdienste und besonderen Festtagen.

Nun ist ja der St. Lukas Chor kein Profi – Chor, ist das nicht zu bedauern? Heftiger Widerspruch: Gerade das, betont  sie, ist ihr wertvoll und wichtig, nämlich dass sich ein Laienchor gemeinsam ein Werk vom ersten Schritt an selbst erarbeitet und es mit allen Mühen und Erfahrungen zu etwas Eigenem macht - komplett eine „Marke Eigenbau“ also -

und nicht schon zur Hälfte ein „Griff in die Kiste für Fertigteile“.

Besonders wichtig ist ihr die Arbeit mit Kindern: Vorführnachmittage, Singspiele und sogar einmal das Mitsingen der Choräle bei der Aufführung des Weihnachtsoratoriums. Manche Familie findet den Weg in die Kirche über  die Musikgruppe ihres Kindes.

Allerdings haben sich in der letzten Zeit die Bedingungen verschlechtert; durch den Nachmittagsunterricht ist es für Schulkinder immer schwieriger geworden, für das Erlernen eines Instruments oder das Singen noch Zeit zu finden.

Erschwerte Bedingungen gelten auch für die Kirchenmusik allgemein. An den Hochschulen wird dieser Ausbildungsbereich abgebaut, in den Kirchengemeinden wird wie auch bei den Sekretariaten und in geringerem Umfang bei  den Pastoren an den Stellen gespart; eine volle Stelle ist inzwischen die Ausnahme. So wurde die ursprünglich volle Stelle von Bastiane Becker-Foß damals im direkten Zusammengang mit dem Gemeindehaus-Neubau halbiert; damit fielen Kinderchor, Seniorenchor und die Instrumentalkreise weg.

Einiges wird seitdem von ihr frei finanziert angeboten. Ihre Preise liegen unter denen anderer Anbieter wie z.B. des Jugendmusikwerks; dies ist ihr immer wichtig zu erwähnen. 

Und Musik privat? Sie singt im Chor der Jacobi-Kirche und spielt in einem Ensemble Flöte. Davon hat St. Lukas neulich im Benefizkonzert eine kleine  Kostprobe bekommen: das Amsel- Blockflötenensemble ließ den rosaroten Panther in der Kirche herumschleichen.